Antragseingabeprozess bei der US-Einwanderungsbehörde

Überblick über die Annahme von Visa-Akten bei der USCISBei einigen US-Visa-Kategorien erfolgt die Antragstellung in einem 2-Schritt-Verfahren: zunächst über die US-Einwanderungsbehörde (US Citizenship and Immigration Services, USCIS) und in einem weiteren Schritt über das US-Konsulat. Insbesondere im Bereich der US-Arbeitsvisa, wie beim L-1 (Intra-Company-Transfer), H-1B (Specialty Occupation) oder O-1 Visum (Extraordinary Ability) wird der Erstantrag bei der USCIS eingereicht und nach Bewilligung ein Antrag auf Ausstellung der Visa bei den US-Konsulaten gestellt.

Eingabe der Visa-Anträge bei der US-Einwanderungsbehörde – “USCIS Intake Process”
Die USCIS Service Center (California, Vermont, Nebraska, Texas) erhalten und bearbeiten täglich eine Vielzahl von Anträgen und Petitionen, die per Post eintreffen, sowie elektronisch übermittelte Anträge („E-Filing“).

Um die internen Abläufe der USCIS bei der Erstbearbeitung der Anträge und Prüfung der Gebühren zu optimieren, werden bestimmte Anträge seit März 2010 an die jeweils zuständige USCIS Lockbox (Postfach) gesendet. In diesen Postfächern können täglich bis zu 12.000 Antragseingänge für die Service Center abgewickelt werden.
Welche Schritte ein Visum-Antrag für die USA im Einzelnen durchläuft, wenn er von der US-Einwanderungsbehörde aufgenommen wird, möchten wir Ihnen nachfolgend schildern. Nicht alle Anträge an die US-Einwanderungsbehörde werden automatisch angenommen und bearbeitet:

USCIS Service Center

Posteingang: Die Post wird direkt vor Ort entgegengekommen, geöffnet und sortiert.
Überprüfung der Gebühr: Die Höhe der Schecks oder Postanweisung im Hinblick auf die zu entrichtende Antragsgebühr wird auf Richtigkeit überprüft. Wenn die Gebühr korrekt ist, wird im nächsten Schritt die Unterschrift der Antragsformulare überprüft. Wenn die Gebühr nicht passend entrichtet wurde, wird die Petition nicht angenommen, sondern an den Antragsteller (in der Regel das US-Unternehmen) unbearbeitet zurückgesandt. Der Antragsteller wird über die fehlerhafte Gebühr schriftlich unterrichtet.
Überprüfung der Unterschrift/Antragsformulare: Bei jeder Petition prüfen die US-Beamten, ob die korrekten Antragsformulare vollständig vorliegen, sowie die Unterschrift des Antragstellers auf den Formularen. Gibt es hier keine Beanstandungen, wird im nächsten Schritt die Zuständigkeit geprüft. Bei Fehlen der Unterschrift bzw. eines Formulars wird der Antrag und die Antragsakte zusammen mit einem Annahmeverweigerungsschreiben an den Antragsteller zurückgeschickt (inkl. einer Aufforderung der korrekten Einsendung).
Überprüfung der Zuständigkeit: Für die Bearbeitung eines Antrages ist immer ein bestimmtes Service Center zuständig (in Abhängigkeit vom Einsatzort des ausländischen Mitarbeiters, der Visa-Kategorie etc.). Um den Eingang der Visa-Akte beim zuständigen Service Center zu bestätigen, werden die Anträge entsprechend geprüft. Wenn der Antrag an das korrekte Service Center geschickt wurde, wird der Antrag im nächsten Schritt datentechnisch erfasst. Falls keine Zuständigkeit besteht, wird mit der Akte analog zu den oben genannten Schritten verfahren.
Dateneingabe und -überprüfung: Relevante Datenfelder werden erfasst und überprüft. Wenn die Angaben korrekt sind, erfolgt im nächsten Schritt die Abrechnung der Gebühr. Falls die Angaben falsch sind, wird der Antrag nicht weiter bearbeitet und die Antragsakte zusammen mit einem Annahmeverweigerungsbescheid an den Antragsteller zurückgeschickt.
Abrechnung der Gebühr: Die Gebühr wird innerhalb von 24 Stunden nach Eingang des Antrags und Datenerfassung abgerechnet.
Vorbereitung zur Beurteilung durch den USCIS-Beamten: Die Akten werden erstellt, gescannt und in Bearbeitungsreihenfolge sortiert. Sie werden dann dem jeweiligen USCIS-Beamten vorgelegt zur weiteren Bearbeitung bzw. zur Entscheidung über den Antrag. Der Antragsteller erhält dann auch eine Eingangsbestätigung in Form einer „Receipt Notice“. Erst mit dieser Bestätigung wurde die Petition förmlich von der US-Behörde angenommen und wird abschließend bearbeitet.

Es gibt leider zahlreiche Gründe, weshalb ein Antrag bei der USCIS nicht entgegengenommen und unbearbeitet zum Antragsteller zurückgesandt wird. Insbesondere bei eiligen Anträgen ist es natürlich ärgerlich, wertvolle Zeit zu verlieren. Bevor ein Antrag an die USCIS eingereicht wird, sollten deshalb folgende Punkte genauestens überprüft werden, um diese erste Hürde erfolgreich überwinden zu können:

1. Welche Gebühren müssen in welcher Höhe und wie entrichtet werden?
2. Welche Antragsformulare und möglichen Anhänge werden für den individuellen Antrag benötigt?
3. Wurden alle Antragsformulare unterschrieben und liegen diese im Original vor?
4. Welches Service Center der USCIS ist für den Antrag zuständig?
5. Welche Adresse des Service Centers muss für den individuellen Antrag genutzt werden?
6. Sind alle Angaben im Antrag (insbesondere im Hinblick auf die Stammdaten wie Name des US-Unternehmens, des Mitarbeiters etc.) korrekt?
7. Wurde eine Kopie der Petition dem Antrag beigefügt (wichtig bei späterem Konsularverfahren)?

Eine Zurücksendung des Antrags ist nicht mit einer Ablehnung des Antrages verbunden. Die Petition wird lediglich aus formalen Mängeln an den Antragsteller zurückgesandt. Beigefügt wird ein Schreiben der USCIS, in dem die Annahmeverweigerungsgründe dargelegt werden, mit der Bitte um Behebung des Mangels und der Neueinreichung des Antrages.