Visa-Tipps aus der Praxis

Der Visa-Services The American Dream veröffentlicht häufig gestellte Fragen von KundenNachfolgend veröffentlichen wir eine Auswahl von Fragen unserer Kunden, die uns täglich erreichen und von unseren Beratern beantwortet werden. Alle unsere Berater besitzen langjährige Erfahrung im Einwanderungsrecht für die USA und verfügen über fundierte juristische Kenntnisse der aktuellen Visabestimmungen für die USA, unter anderem gewährleistet durch eine ständige Fort- und Weiterbildung. Bitte beachten Sie, dass die hier gegebenen Antworten, auch wenn Sie auf Ihre eigene Situation zutreffen mögen, nicht als konkrete Hilfestellung für Ihre speziellen Fragen zu verstehen sind. Auch daher sind die gemachten Angaben stets ohne Gewähr. Eine Einzelfallberatung können die Angaben nicht ersetzen.

FRAGE/ANTWORT:

IHRE FRAGE:
Unser Unternehmen beantragt aktuell ein B-1 Visum für einen Mitarbeiter, der im Rahmen eines After-Sales-Services eine an einen amerikanischen Kunden verkaufte Maschine aufbauen soll. Ein Termin im Konsulat in Frankfurt wurde bereits vereinbart für den 15.07. Der Kunde in den USA benötigt nunmehr dringend bereits früher unsere Unterstützung, d. h. der Mitarbeiter soll bereits am 15.07. in den USA vor Ort sein. Das Callcenter teilte uns mit, dass ein früherer Termin in Frankfurt derzeit nicht möglich sei. Was können wir tun?

UNSERE ANTWORT:
In dringenden Fällen haben Unternehmen bzw. deren Mitarbeiter die Möglichkeit sogenannte Notfalltermine bei den zuständigen US-Konsulaten in Deutschland zu beantragen. Das setzt voraus, dass es sich auch tatsächlich um einen Notfall im Zusammenhang mit einer sogenannten „Unternehmensförderung“ handelt.
Notfalltermine im Zusammenhang mit einer geschäftlichen Einreise können ausschließlich online über die US-Botschaftsseite beantragt werden: http://german.germany.usembassy.gov/visa/niv/notfalltermin
Weitere Voraussetzung ist, dass für den betreffenden Mitarbeiter bereits ein regulärer Termin im Konsulat Berlin, München oder Frankfurt/Main vereinbart wurde. Darüber hinaus müssen bzw. sollten alle notwendigen Antragsdokumente bereits vorliegen. Wurde das Notfallformular im Internet ausgefüllt (Stammdaten des Mitarbeiters, Daten zum regulären Interviewtermin, Reisetermin sowie eine kurze Beschreibung des Notfalls), wird sich das Konsulat in der Regel innerhalb von einem Werktag bei Ihnen melden. Bitte achten Sie darauf, dass die angegebene E-Mail-Adresse unbedingt korrekt ist. Üblicherweise wird man Sie bzw. den Mitarbeiter per E-Mail kontaktieren und informieren, ob und wenn ja, wann ein Notfalltermin vergeben werden konnte. Diese Termine finden dann sehr kurzfristig statt, teilweise bereits am nächsten Tag. Deshalb sollten auch zwingend alle Antragsunterlagen bereits vorliegen, wenn ein Notfalltermin angefordert wird. Der Termin muss nicht unbedingt an dem bevorzugten Konsulat des Antragstellers stattfinden. So kann es durchaus sein, dass Antragsteller, die einen regulären Termin in Berlin vereinbart hatten, dann einen Notfalltermin für das Konsulat in München erhalten. Auch bestimmte Uhrzeiten können nicht gewählt werden.
Bitte beachten Sie, dass eine zu späte oder mangelhafte Reiseplanung nicht als Notfall erachtet wird.
Antragsteller für die konsularische Abteilung der US-Botschaft in Wien können nur in dringenden, unvorhergesehenen Notfällen direkt über das Callcenter der US-Botschaft einen Eiltermin erfragen. Siehe auch: http://german.austria.usembassy.gov/niv_applic.html
Mitarbeiter, welche den Termin in der konsularischen Abteilung in Bern wahrnehmen, können direkt über das Callcenter der Schweiz um einen Notfalltermin bitten: http://bern.usembassy.gov/non-immigrant_visas.html
Den Konsularbeamten steht es frei, am Tag des Termins den Mitarbeiter nach den genauen Hintergründen des Notfalls zu befragen oder weitere Dokumente diesbezüglich anzufordern.

IHRE FRAGE:
Ein Mitarbeiter unseres Unternehmens wird mit einem Arbeitsvisum (L-1) für ein dreimonatiges Projekt in die USA zu unserem Tochterunternehmen einreisen. Er ist indischer Staatsangehöriger und sein Visum ist noch für 2 Jahre gültig. Sein Reisepass läuft allerdings in 5 Monaten ab. Kann er mit diesem Reisepass noch problemlos in die USA einreisen, oder benötigt er einen neuen Pass und dann auch ein neues Visum?

UNSERE ANTWORT:
Zunächst benötigen alle Reisenden in die USA (ob mit oder ohne Visum) einen Reisepass, der noch mindestens 6 Monate Gültigkeit besitzen muss ab der erfolgten Ausreise aus den USA. Ein Großteil bestimmter Staatsangehöriger fällt allerdings unter eine Ausnahmeregelung („six-month club“) – hierzu gehören auch Visuminhaber aus Indien. Indische Staatsangehörige benötigen lediglich einen Reisepass, der noch für die Dauer des geplanten Aufenthalts gültig sein muss. Siehe auch: http://www.cbp.gov/linkhandler/cgov/travel/inspections_carriers_facilities/clp/bulletins/clp_bullentin_04162008.ctt/clp_bulletin_04162008.pdf
Im Falle des Mitarbeiters muss der Pass also bei der Einreise noch mindestens 3 Monate gültig sein. Selbstverständlich hat der Kollege auch die Möglichkeit einen neuen Pass zu beantragen. Das Visum muss dann nicht neu beantragt werden. Es kann zwar nicht in den neuen Reisepass von den US-Behörden übertragen werden, bleibt aber weiterhin gültig. In der Praxis bedeutet das für den Mitarbeiter, dass er bei der Einreise zwei Pässe vorzeigen müsste: Den alten Pass mit dem darin noch gültigen L-1 Visum sowie den neuen Reisepass.
Wichtig: Bei der Entwertung des alten Passes darf das Visum in keinem Fall beschädigt werden, ansonsten verliert es seine Gültigkeit. Darüber hinaus muss der Mitarbeiter bei der Einreise neben dem gültigen Reisepass und Visum auch die „Approval Notice“ (Bewilligungsschreiben) der US-Einwanderungsbehörde (USCIS) bei sich führen.