Visa-Tipps aus der Praxis

Der Visa-Services The American Dream veröffentlicht häufig gestellte Fragen von KundenNachfolgend veröffentlichen wir eine Auswahl von Fragen unserer Kunden, die uns täglich erreichen und von unseren Beratern beantwortet werden. Alle unsere Berater besitzen langjährige Erfahrung im Einwanderungsrecht für die USA und verfügen über fundierte juristische Kenntnisse der aktuellen Visabestimmungen für die USA, unter anderem gewährleistet durch eine ständige Fort- und Weiterbildung. Bitte beachten Sie, dass die hier gegebenen Antworten, auch wenn Sie auf Ihre eigene Situation zutreffen mögen, nicht als konkrete Hilfestellung für Ihre speziellen Fragen zu verstehen sind. Auch daher sind die gemachten Angaben stets ohne Gewähr. Eine Einzelfallberatung können die Angaben nicht ersetzen.

FRAGE/ANTWORT:

IHRE FRAGE:
Wir sind ein Hersteller von Holztrocknungsanlagen. Zur Montage dieser Anlagen müssen wir des Öfteren Monteure (auch länger als drei Monate) in die USA entsenden. Welche Möglichkeiten gibt es hier? Ist ein E-1 Visum das Richtige für uns und welche Kosten entstehen?

UNSERE ANTWORT:
Um Produktinstallationen und Inbetriebnahmen in den USA vorzunehmen, benötigen Ihre Mitarbeiter ein B-1 Visum. Für die Beantragung des B-1 Visums ist es ausschlaggebend, dass Sie nachweisen können, dass es sich um einen Produktverkauf handelt, in dessen Rahmen das Produkt in den USA (beim Kunden oder Standort) installiert wird. Als Nachweis müssen Ihre Mitarbeiter bei dem notwendigen Konsulatstermin eine Kopie des Kaufvertrags vorlegen können, aus dem ersichtlich ist, dass die Installation und Inbetriebnahme beim dem Verkauf ausdrücklich Teil des Kaufvertrags sind.
Voraussetzung bleibt allerdings immer, dass die Mitarbeiter weiterhin einen deutschen Arbeitsvertrag innehalten, vom deutschen Unternehmen Gehalt beziehen (keine Bezahlung aus den USA erfolgt) und auch nach dem Aufenthalt weiterhin bei der deutschen Firma beschäftigt bleiben. Hierdurch wäre der Aufenthalt legalisiert. B-1 Visa sind allerdings nicht zu verwechseln mit regulären US-Arbeitsvisa.
In der Regel werden die B-1 Visa für 10 Jahre erteilt; dies bedeutet, dass die Mitarbeiter sich innerhalb der nächsten 10 Jahre theoretisch für bis zu maximal 180 Tage pro Einreise aufhalten dürfen. Sollten diese also demnächst wieder aus geschäftlichen Gründen in die USA einreisen müssen, muss das Visum nicht immer wieder neu beantragt werden.

Der Ablauf für eine Beantragung wäre folgendermaßen:
Leider müssen alle Antragsteller, auf Grund einer persönlichen Erscheinungspflicht, im US-Konsulat (München, Frankfurt/Main oder Berlin) vorstellig werden.
Hierzu bedarf es der Vereinbarung eines Interviewtermins, was rechtzeitig vor der Einreise vorgenommen werden sollte. Zum Termin selbst müssen einige Unterlagen zusammengestellt werden (vor allen Dingen im Hinblick auf den genauen Einreisezweck sowie den Nachweis, dass eine Rückkehrintention besteht).
Bitte beachten Sie, dass der Reisepass im US-Konsulat einbehalten und nach einer Bearbeitungszeit von ca. einer Woche per Post zugesandt wird (darin enthalten dann auch das Visum).

Verfügen die Mitarbeiter über eine bestimmte Staatsangehörigkeit, können die oben genannten Arbeiten unter bestimmten Umständen auch ohne Visum in den USA getätigt werden (Visa Waiver Programm bis zu 90 Tage pro Einreise).
Für längerfristige Aufenthalte Ihrer Mitarbeiter vor Ort müssten dann tatsächlich US-Arbeitsvisa beantragt werden, die mit einem erheblich größeren Aufwand verbunden wären (z. B. E- oder L-Visum).

IHRE FRAGE:
Wir müssen ein USA Visum beantragen für eine Einreise in die USA. Unser Mitarbeiter wird dort als Besatzungsmitglied auf einem Schiff arbeiten. Welches Visum muss da beantragt werden?

UNSERE ANWORT:
In dem von Ihnen geschilderten Fall muss ein C-1/D Visum beantragt werden, eventuell in Kombination mit einem B-1 Visum, wenn der Mitarbeiter das Schiff in den USA verlässt und zum Beispiel zum Flughafen fährt, um nach Hause zu fliegen. Die US-Konsulate sind verstärkt dazu übergegangen den Mitarbeitern dann gleich zwei Visa in den Pass zu geben (B-1 und C-1/D), um möglichen Problemen für die Besatzungsmitglieder vorzubeugen.

IHRE FRAGE:
Unser Unternehmen verfügt über eine L-Blanket Registrierung. Nun möchten wir zwei Mitarbeiter über diesen Status zu unserem US-Standort entsenden. Mitarbeiter 1 arbeitet jedoch erst seit 6 Monaten für unsere Unternehmensgruppe, Mitarbeiter 2 ist bereits seit mehreren Jahren für uns tätig, allerdings auf freiberuflicher Basis. Können wir für beide Mitarbeiter L-Blanket Visa beantragen?

UNSERE ANTWORT:
Für Mitarbeiter 1 ist leider definitiv keine L-Visabeantragung möglich. Als Grundvoraussetzung muss der Nachweis erbracht werden, dass Ihr Mitarbeiter innerhalb der letzten drei Jahre mindestens ein Jahr durchgehend am Stück für Ihre Unternehmensgruppe tätig war (außerhalb der USA). Die Regelung, dass L-Blanket Antragsteller nur eine sechsmonatige Beschäftigungszeit nachweisen müssen, wurde bereits mit dem L-1 Visa Reform Act im Jahre 2004 abgeschafft.
Mitarbeiter 2 erfüllt zwar diese Voraussetzung, er qualifiziert sich aber aus unserer Sicht mit hoher Wahrscheinlichkeit dennoch nicht für ein L-Blanket Verfahren. Hintergrund: Spricht die US-Behörde von einem mindestens 12-monatigen Beschäftigungsverhältnis, so geht man von einem „regular employment“ aus. D. h., Mitarbeiter, welche auf freiberuflicher Basis oder über Zeitarbeitsfirmen für das Unternehmen tätig sind bzw. waren, fallen nicht unter diese Regelung. Folglich können nur reguläre Mitarbeiter auf L-Status entsandt werden.
Da sich beide Mitarbeiter nicht für das L-Blanket Verfahren qualifizieren, kann unter Prüfung der Zugangsvoraussetzungen ggf. auf ein anderes US-Arbeitsvisum ausgewichen werden (z. B. E-Visum oder H-1B Visum).