Zunehmende Schwierigkeiten bei der Beantragung von L-1B Visa

L-1B Visa werden zunehnmend von der USCIS abgelehntMitarbeiter mit Spezialwissen können unter bestimmten Voraussetzungen über L-Status entsandt werden. US-Unternehmen sind jedoch beunruhigt, weil es zunehmend schwieriger wird, ausländische Fachkräfte anderer Firmenstandorte mithilfe des L-1B Visums zeitweise in den USA zu beschäftigen.
50 US-Unternehmen, darunter Microsoft und Oracle, machten bereits im März dieses Jahres in einem offenen Brief an US-Präsident Barack Obama auf diesen Missstand aufmerksam.

Beim L-1B Visum (Specialized Knowledge) handelt es sich um ein Arbeitsvisum im Rahmen eines unternehmensinternen Mitarbeitertransfers in die USA. Ausländische Spezialisten, d. h. Angestellte mit besonderen Kenntnissen der Firmenprodukte und deren Anwendung auf dem Weltmarkt, können unter bestimmten Voraussetzungen am US-Standort eingesetzt werden.
Der Antrag wird beim zuständigen Service-Center der US-Einwanderungsbehörde (US Citizenship and Immigration Services, USCIS) in den USA mit umfangreichen Unterlagen zum US-Unternehmen, der Unternehmensgruppe sowie zum Mitarbeiter eingereicht. Nach Bewilligung des Antrags durch die USCIS erfolgt in der Regel die Ausstellung des US-Visums für den Mitarbeiter im Rahmen eines persönlichen Interviewtermins bei einem der zuständigen US-Konsulate.

Das US-Software-Unternehmen Oracle berichtetet beispielsweise, dass es in der Vergangenheit zu keinen Ablehnungen bei den vom Unternehmen eingereichten L-1B Anträgen kam, im Jahr 2011 jedoch 38% der L-1B Anträge nicht bewilligt wurden. Die statistischen Daten der US-Regierung bestätigen diesen Trend. Im vergangenen Jahr wurden 27% aller insgesamt 20.000 eingereichten L-1B Anträge abgelehnt.
US-Anwälte und Unternehmen sind überzeugt, dass es u. a. zu Fehlentscheidungen kommt, weil die US-Einwanderungsbehörde unterbesetzt ist. 250 Beamte bearbeiten jährlich 423.000 Arbeitsvisaanträge. Dass auch andere Arbeitsvisa, z. B. das H-1B Visum, von höheren Ablehnungsraten betroffen sind, berichteten wir bereits im Business Newsletter 02-2012.

Alejandro Mayorkas, Leiter der US-Einwanderungsbehörde, räumt ein, dass es zum Teil problematisch sei einheitliche Entscheidungen zu treffen, sieht die Unternehmen jedoch auch in der Pflicht. Seiner Meinung nach können Unternehmen nicht uneingeschränkt Mitarbeitertransfers durchführen, wenn US-amerikanische Angestellte die Tätigkeit ebenso ausführen können.

In jedem Fall empfiehlt es sich L-1B Anträge äußerst sorgfältig vorzubereiten, um Verzögerungen durch Nachfragen seitens der USCIS oder Ablehnungen möglichst zu vermeiden.