Visa-Tipps aus der Praxis

Der Visa-Services The American Dream veröffentlicht häufig gestellte Fragen von KundenNachfolgend veröffentlichen wir eine Auswahl von Fragen unserer Kunden, die uns täglich erreichen und von unseren Beratern beantwortet werden. Alle unsere Berater besitzen langjährige Erfahrung im Einwanderungsrecht für die USA und verfügen über fundierte juristische Kenntnisse der aktuellen Visabestimmungen für die USA, unter anderem gewährleistet durch eine ständige Fort- und Weiterbildung. Bitte beachten Sie, dass die hier gegebenen Antworten, auch wenn Sie auf Ihre eigene Situation zutreffen mögen, nicht als konkrete Hilfestellung für Ihre speziellen Fragen zu verstehen sind. Auch daher sind die gemachten Angaben stets ohne Gewähr. Eine Einzelfallberatung können die Angaben nicht ersetzen.

FRAGE/ANTWORT:

IHRE FRAGE:
Der Vorstandsvorsitzende unseres Unternehmens muss in ca. 4 Wochen zu einem Vorstandstreffen (Boardmeeting) zu unserem Tochterunternehmen nach Boston reisen. Er hat die deutsche Staatsangehörigkeit und wird sich lediglich für eine Woche in den Vereinigten Staaten aufhalten. Die Einreise erfolgt mit unserem Firmenjet. Kann er das Visa Waiver Programm nutzen oder benötigt er ein Visum?

UNSERE ANTWORT:
Grundsätzlich wären die Kriterien für eine visumfreie Einreise erfüllt: Der Reisende verfügt über die deutsche Staatsangehörigkeit, reist lediglich im Rahmen von Business Meetings in die USA und für einen Zeitraum unter 90 Tagen. Da der Vorstandsvorsitzende jedoch nicht mit einer anerkannten Transportgesellschaft (größere Flug- oder Schifffahrtslinie, welche dem Visa Waiver Programm angeschlossen ist), sondern mit einem Privatflugzeug in die USA reisen wird, benötigt er ein B-1 (Business Visitor) Visum.
Das B-1 Visum muss zwingend im Rahmen eines persönlichen Interviewtermins im US-Konsulat Berlin, München oder Frankfurt/Main beantragt werden und wird in der Regel auf 10 Jahre erteilt. Da die Einreise bereits in vier Wochen geplant ist, empfehlen wir dringend, die Beantragung zeitnah zu veranlassen. Bitte beachten Sie, dass die US-Konsulate keine Rücksicht auf individuelle Reiseplanungen nehmen können.
Als Tipp: Sollten Sie sich nicht sicher sein, ob ein Mitarbeiter Ihres Unternehmens mit einer registrierten Transportgesellschaft reist, können Sie das unter folgendem Link überprüfen: http://www.state.gov/documents/organization/87163.pdf
Dort sind alle aktuell für das Visa Waiver Programm zugelassenen Airlines/Schifffahrtsgesellschaften gelistet. Darüber hinaus finden Sie eine solche Liste auch im Drop-down-Menü des ESTA-Antrags unter https://esta.cbp.dhs.gov/esta/application.html?execution=e1s1 und dort bei „Angaben/bzw. Name der Transportgesellschaft“. Reisende, die nicht eine solche Transportlinie nutzen, benötigen in jedem Fall ein B-1 Visum zur Einreise und können nicht im Rahmen der Visa Waiver Programms in die USA einreisen.

IHRE FRAGE:
Unsere Unternehmensgruppe entsendet seit ca. 2 Jahren Mitarbeiter über eine L-Blanket Registrierung zu unseren Standorten in den USA. Bisher gab es bei der Beantragung im Konsulat keine Probleme. Wir hatten nun einen russischen Staatsangehörigen für den wir ein L-Blanket Visum beantragt haben; ihm wurde im Konsulat mitgeteilt, dass er eine zusätzliche Gebühr entrichten muss. Bisher mussten alle unsere Mitarbeiter lediglich die konsularische Antragsgebühr in Höhe von 152 € und die Fraud Gebühr in Höhe von 500 US$ bezahlen. Gibt es hier Veränderungen?

UNSERE ANTWORT:
Das US-Konsulat erhebt, wie Sie bereits richtig geschildert haben, für L-Blanket Visumverfahren zunächst eine Nonimmigrant Visa Fee von aktuell 190 US$ (umgerechnet 152 €) sowie eine Fraud Prevention and Detection Fee in Höhe von 500 US$. Bestimmte Staatsangehörige müssen zusätzlich eine so genannte Reciprocity Fee (Reziprozitätsgebühr) bezahlen. Diese Gebühr, basierend auf dem Gegenseitigkeitsprinzip, wird für bestimmte Nationalitäten und Kategorien dann fällig, wenn auch amerikanische Bürger für ähnliche Visa bzw. Reisen in die entsprechenden Länder zusätzliche Gebühren entrichten müssen.
Ob Mitarbeiter davon betroffen sind, können Sie unter folgendem Link (Reciprocity Tables) prüfen:http://travel.state.gov/visa/fees/fees_3272.html
Im Falle des Mitarbeiters mit russischer Nationalität müsste also eine Reziprozitätsgebühr in Höhe von 100 US$ zusätzlich zu den oben beschriebenen Gebühren bezahlt werden. In den deutschen Konsulaten kann diese Gebühr ausschließlich direkt am Tag des Interviewtermins im Konsulat entweder in bar in Euro oder US-Dollar oder mittels einer Kreditkarte entrichtet werden.
Diese Gebühr wird nur dann fällig, wenn das Visum auch genehmigt wird – im Unterschied zur Nonimmigrant Visa und Fraud Fee.