Visa-Tipps aus der Praxis

Der Visa-Services The American Dream veröffentlicht häufig gestellte Fragen von KundenNachfolgend veröffentlichen wir eine Auswahl von Fragen unserer Kunden, die uns täglich erreichen und von unseren Beratern beantwortet werden. Alle unsere Berater besitzen langjährige Erfahrung im Einwanderungsrecht für die USA und verfügen über fundierte juristische Kenntnisse der aktuellen Visabestimmungen für die USA, unter anderem gewährleistet durch eine ständige Fort- und Weiterbildung. Bitte beachten Sie, dass die hier gegebenen Antworten, auch wenn Sie auf Ihre eigene Situation zutreffen mögen, nicht als konkrete Hilfestellung für Ihre speziellen Fragen zu verstehen sind. Auch daher sind die gemachten Angaben stets ohne Gewähr. Eine Einzelfallberatung können die Angaben nicht ersetzen.

FRAGE/ANTWORT:

IHRE FRAGE:
Unser Unternehmen besitzt eine US-Tochtergesellschaft, an die wir regelmäßig Mitarbeiter mit deutscher Nationalität über unsere E-Registrierung (also mit E-Visa) entsenden bzw. dort einsetzen. Jetzt haben wir den Fall, dass wir gerne eine Mitarbeiterin mit einem lokalen US-Arbeitsvertrag ausstatten würden. Die Dame hat allerdings die österreichische Staatsangehörigkeit und hat für unser Unternehmen noch nicht gearbeitet. Sie besitzt einen Abschluss als Industriekauffrau und schließt im Juni ihren Bachelor in Business Administration ab. Ein Einsatz wäre ab Juli 2013 geplant. Welches Visum können wir nutzen?

UNSERE ANTWORT:
Leider können Sie auf Grund der Staatsangehörigkeit der Dame tatsächlich den E-Status nicht nutzen (deutsche Unternehmen können nur deutsche Mitarbeiter mit E-Visa ausstatten). Das L-1 (Intracompany Transferee) Visum kommt leider auch nicht in Frage, da hier unter anderem der Nachweis erbracht werden muss, dass die Dame innerhalb der letzten drei Jahre mindestens 12 Monate durchgängig für Ihre Unternehmensgruppe (außerhalb der USA) tätig gewesen ist. Da es sich um eine Neueinstellung handelt, entfällt leider auch diese Möglichkeit.
Das US-Unternehmen könnte letztlich einen Antrag auf H-1B Visum für die Mitarbeiterin stellen. Eine grundlegende Voraussetzung zum Erhalt eines H-1B Visums ist, dass der zukünftige ausländische Mitarbeiter über mindestens ein US Bachelor’s Degree bzw. Äquivalent verfügt. Darüber hinaus müssen noch weitere Voraussetzungen erfüllt werden von Seiten des US-Arbeitgebers, bezüglich Ihres zukünftigen US-Gehalts, der Arbeitsbedingungen und der angebotenen Stelle.
Bitte beachten Sie, dass H-1B Visa jedoch einem Kontingent unterliegen. Pro US-Steuerjahr können nur 65.000 H-1B Visa erteilt werden (für Neuanträge). Ein Arbeitsbeginn wäre frühestens ab dem 01.10.2013 möglich für maximal drei Jahre. Allerdings können Anträge auf H-1B ab dem 1. April 2013 von US-Arbeitgebern eingereicht werden. Für Sie ergeben sich daraus zwei Probleme:
1. Die US-Einwanderungsbehörde (USCIS) vermutet, dass das diesjährige Kontingent (FY 2014) für H-1B Visa bereits innerhalb der ersten Antragswoche (bis zum 5. April 2013) erschöpft sein wird. Siehe auch: http://1.usa.gov/10S9JYo

Sobald die Quote für das kommende Steuerjahr (Arbeitsbeginn 01.10.2013) erreicht ist, können neue Anträge erst wieder ab dem 1. April 2014 für den frühestmöglichen Arbeitsbeginn 1. Oktober 2014 gestellt werden. Das US-Unternehmen müsste also schnellstmöglich den Antrag für den 1. April 2013 vorbereiten, was zeitlich kaum mehr zu realisieren sein dürfte.

2. Der Nachweis, dass die zukünftige Mitarbeiterin über ein Bachelor’s Degree verfügt, muss zum Zeitpunkt der Antragstellung erfolgen. Sollte man es noch schaffen, einen Antrag bis zum 01.04.2013 einzureichen, würde dieser daran scheitern, dass die Dame zu diesem Zeitpunkt noch nicht über den Abschluss verfügt. Es genügt nicht, diesen in Aussicht zu stellen, auch wenn das Erreichen des Abschlusses noch vor Arbeitsbeginn (01.10.2013) erfolgen würde. Der Antrag auf H-1B könnte also folglich erst im Juni 2013 erfolgen (nach Beendigung des Studiums), allerdings dürfte dann das H-1B Cap mit nahezu 100%iger Wahrscheinlichkeit erschöpft sein.
Ihr US-Unternehmen könnte nur noch auf ein H-2B Visum zurückgreifen, welches allerdings unter Umständen eine Arbeitsmarktüberprüfung in den USA vorsieht (Labor Certification) und strengen Zugangsvoraussetzungen unterliegt. Siehe auch: http://1.usa.gov/yNsAi

IHRE FRAGE:
Der Sohn unseres Geschäftsführers hat soeben sein Abitur erfolgreich bestanden. Er würde gerne ein 6-wöchiges unbezahltes Praktikum an einem unserer US-Standorte absolvieren. Welches Visum benötigt er?

UNSERE ANTWORT:
Personen, die in den USA ein Praktikum machen möchten (egal ob bezahlt oder unbezahlt) benötigen grundsätzlich ein J-1 Visum (Exchange Visitor). Um ein J-1 Visum beantragen zu können, müssen Antragsteller unter anderem im Konsulat das Formular DS-2019 vorweisen können. Dieses wird ausschließlich durch einen J-1 Sponsor (Austauschorganisation) ausgestellt. Das Formular wird nicht voraussetzungsfrei erteilt, sondern als zukünftiger Praktikant muss man in eine der zwei Kategorien fallen: „Intern“ oder „Trainee“. „Intern“ bezeichnet Antragsteller, die aktuell an einer Universität eingeschrieben sind bzw. deren Universitätsabschluss nicht länger als 12 Monate zurückliegt. „Trainees“ hingegen müssen eine abgeschlossene Berufsausbildung plus ein Jahr Berufserfahrung oder aber fünf Jahre Berufserfahrung vorweisen können.
Der Sohn des Geschäftsführers qualifiziert sich folglich (zumindest aktuell) für keine der beiden oben beschriebenen Varianten und somit leider für kein J-1 Visum. Die US-Behörden haben diese Einschränkung auch bewusst so vorgenommen.
Bitte beachten Sie, dass viele junge Reisende sich dann dazu entschließen, das Praktikum im Rahmen der visumfreien Einreise (Visa Waiver Program) zu absolvieren. Das ist nicht gestattet und illegal. Auch wenn sich der Aufenthalt unter 90 Tagen bewegt, ist der geplante Aufenthaltszweck (nämlich das Praktikum, auch unbezahlt) nicht im Rahmen der visumfreien Einreise gestattet.